Hurried and non-hurried patterns


Eine Beschreibung, wie man hurried Patterns und not hurried Version ineinander transformieren kann, am Beispiel von Brainstorm. Eine Beschreibung von Brainstorm gibt es auf den Seiten von Johannes Waldmann.


Diese Seite erläutert,

  • warum Brainstorm in der non-hurried Version die Länge 13 hat
  • wie man hurried und non-hurried patterns ineinander überführen kann.
  • Was hurries überhaupt sind
  • Verschiedene Möglichkeiten der Notation.



Gliederung:


Warum 13?

Teil A rp Rp ls rp Rs
Teil B lp rp Rs lp rs
und danach andersherum, also wieder Teil A, aber mit der linken Hand beginnen.
Ich hab mal die Hände groß geschrieben, wenn sie 2 mal hintereinander werfen. (Im Volksmund: da ist ein hurry)



verschwundene Zweien

Man kann hurries in einer Haltezeit (2 in siteswap) verschwinden zu lassen. Also wirft eine Hand in wirklichkeit nicht zweimal hintereinander, sondern die andere Hand hält eine Keule. Was man nicht unbedingt bemerkt. Damit wird´s

Teil A rp lh rp ls rp lh rs
Teil B lp rp lh rs lp rs


und alle hurries sind weg (phhhht). Da es 3 gehurriete Stellen gab, wird aus dem Muster der Länge 10 eines mit der Länge 13 (sic!).
Das die beiden Teile unterschiedlich lang sind, ist dabei egal, da zum Schluss jeder Jongleur beide Teile und mit beiden Seiten wirft.
Zum Schluss des Musters, wenn es auf der anderen Seite wiederholt wird, wechseln beide die Hände. Hier gibt´s also keinen zusätzlichen hurry.
Wichtig: Über die Position der 2en muss ich nicht nachdenken, die kann ich am Muster ablesen.


Earies und Lates in hurried Patterns


Ich kann´s mir ja nicht verkneifen: Das ganze passt zusammen, weils eine Kombination von earlies und lates ist. Ich möchte daher die süddeutsche Fraktion bitten, nicht immer so über die armen lates herzuziehen.

Hier der erste Teil des Musters in Johannes Schreibweise:

1) rp lh rp ls rp lh rs lp rp lh rs lp rs (und dann mit der anderen Hand)
2) lp rp lh rs lp rs lp rh lp rs lp rh ls (und dann mit der anderen Hand)


Dazu denkt ich mal laut:



swap hands


2) beginnt hier mit links - will ich nicht. Ich dreh also seine Hände um, dadurch beginnt er mit rechts. Die passes sollen weiterhin zu den gleichen Händen gehen, also dreht sich die Ziehlhand der Passwürfe für beide um (topologie für einsteiger). Aus cross-passen werden also tramlines und umgedreht. Im folgenden wirft also 1) tramline und 2) cross

1) rp lh rp ls rp lh rs lp rp lh rs lp rs (und dann mit der anderen Hand)
2) rp lp rh ls rp ls rp lh rp ls rp lh rs (und dann mit der anderen Hand)


Das sieht schon recht sortiert aus.


Verzögern, Entzögern und die Siteswap-Werte


Die Passwürfe werden auf 3.5 Höhe geworfen - aha. also wirft einer immer 3p und der andere immer 4p, um 1/2 Takt verschoben.
3 als ungerade Zahl geht immer von rechts auf links und vice versa - auch beim Passen.
Da 1) gerade passt, hat er 3p und 2) hat 4p.

Jetzt kann man alles eintragen und erhält

1) 3p 2 3p 3 3p 2 3 3p 3p 2 3 3p 3
2) 4p 4p 2 3 4p 3 4p 2 4p 3 4p 2 3


(siteswap, daher keine 'andere' hand ;o) )



Die Frühen und die Späten


Eine kurze Begriffsklärung im 4-count:
Early doubles sind die doppelten Passwürfe, die man einen Moment _vor_ dem eigentlichen Pass-Zeitpunkt aus der linken Hand wirft (links->links). Late doubles werden _zum_ Pass-Zeitpunkt aus der rechten Hand geworfen (rechts->rechts).
In 3-counts und anderen Mustern mit ungerader Länge können earlies auch von rechts geworfen werden und lates von links auf links. Und zwar immer, wenn die linke Hand gerade mit dem Pass dran wäre.

Einen early pass erkennt man daran, dass er den Rhythmus des Parners nicht stört. Vielmehr hat derjenige, der den early wirft, danach eine kleine Pause.
Demgegenüber verursacht der late pass eine Lücke beim Partner, was nicht alle mögen. (Besonders bei Jongleuren, die gerade "wir-werfen-uns-tot" spielen, passt das auch schlecht, da die dabei nur ungern auf die Würfe des "Gegners" reagiert.)

Ich notier mal die passes von 2) als earlies (E) und lates (L):

1) 3p 2 3p 3 3p 2 3 3p 3p 2 3 3p 3
2) Lp Ep 2 3 Lp 3 Ep 2 Lp 3 Ep 2 3


Es ist nicht sehr verwunderlich, dass die Hälfte aller passes earlies ist und die andere Hälfte lates. Das verteilt die 2er gleichmäßig über das muster macht es symetrisch. Oder andersrum - es ist ein symetrisches Muster, also müssen earlies und lates gleichmäßig verteilt sein.



Notationen


Das Muster ohne hurries für JoePass:
Diese Ideen sind neu, versucht´s noch nicht mit eurer Version, da klappt nur das erste Muster. Der Rest tut´s in der nächsten Version, die in ein paar Tagen kommt.

#d2 0.5
<3p 2 3p 3 3p 2 3 3p 3p 2 3 3p 3 |
 4p 4p 2 3 4p 3 4p 2 4p 3 4p 2 3 >



und gehurried (passes immer gleichzeitig).

#hurried
<3p% 3p   3 3p% 3 3p   3p% 3 3p   3 |
 3px 3px% 3 3px 3 3px% 3px 3 3px% 3 >


(wobei ich das %, das die 2er aus den earlies und lates ersetzt, in JoePass benutze, um zu sagen: benutz´ dieselbe Hand nochmal).

Oder, in der Schreibweise von Martin Frost, der allerdings die Sternchen hinter die hurries geschrieben hat, also nicht über Haltezeiten nachgedacht hat, sondern eben über hurries:

#hurried
<3p  3p* 3  3p  3* 3p  3p   3* 3p  3 |
 3px 3px 3* 3px 3  3px 3px* 3  3px 3* >


Fazit


Wer sich jagen (hurrien) lässt, hat Spaß dran oder ist selber Schuld.


So, das sollte die Zusammenhänge einigemaßen verdeutlicht haben.
Fragen beantworte ich gern per email.


 

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